Jobsuche als Büro/Buchhaltungs/Verwaltungsangestellte im 21. Bezirk

Hallo zusammen!
Ich (36 J.) suche eine dauerhafte Stelle als Büro/Buchhaltungs/Verwaltungsangestellte im 21. Bezirk,
Teilzeit 15-20 Std./Woche.
Verfüge über
-einschlägige Berufserfahrung
-HAK-Matura
-WIFI Buchhaltungspraxisprüfung
-SAP Kurse
-vers. Fortbildungskurse
Alle Prüfungs – und Dienstzeugnisse vorhanden.

(Bei Interesse bzw. einem Vorstellungsgespräch lege ich alle Zeugnisse vor)

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand meldet der eine Büroangestellte sucht.

KEINE Freien Dienstverträge!

Advertisements

Vorschläge für ein Soziales Gesundheitssystem….

Auch wenn die untenschtehenden Vorschläge teilweise idealistisch wirken, sind sie machbar 😉

1. Sehr viele Menschen sind auf Rollstühle zeitweise oder dauerhaft angewiesen. Viele brauchen einen Speziellen.
Es dauert lange bis die Anträge bei der Krankenkasse eingehen und man auch den richtigen genehmigt bekommt. Oft entstehen zusätzliche Kosten und Selbstbehalte. (ein ganz einfacher Rollstuhl kostet min. € 4.000,-)
– Idee: Rollstühle zum selbstbauen bzw. alte Rollstühle herrichten.
Krücken selbst herstellen. Eventuell im Rahmen der Openschoool.

 
2. Es gibt einen Erfinder der Dioptrinverstellbaren Brille.
Idee: Es wäre super wenn man diese Brillen auch hier einfach einmal kaufen kann, anstatt immer wieder eine neue kaufen zu müssen, weil die Sehstärke nicht passt.
Vielleicht könnte man den Erfinder einladen zu einer Veranstaltung. mehr…

3. Immer mehr Menschen, haben kaum Famile, Verwandte oder Freunde, die sie im Falle einer Krankheit oder langen Spitalsaufenthalt besuchen. Viele Menschen Vereinsamen heutzutage regelrecht. In den Krankenhäusern sind die Ärzte und Pflegepersonal überlastet und keiner kann sich wirklich einfühlsam um den Patienten kümmern.
Idee: Ich denke man könnte eine Homepage und Datenbank machen, die sich auf freiwillige Besuchsdienste im Spital bezieht. Ich würde eine Kooperation mit den Ärzten und Pflegepersonal super finden. z.B. dass Leute die Besuchsdienste machen, erst in die Datenbank aufgenommen werden wenn sie unbescholten sind und einen Tag eingeschult werden. Im Gegenzug könnte das Krankenhaus ein Sozialzeugnis bzw. soziales Ehrenamtdiplom ausstellen. Das z.B. für angegende Sozialarbeiter, Lehrer, Pfleger, … interessant sein könnte.
In der Datenbank sollte stehen, wer einen Besuchsdienst sucht, was er braucht (z.B. reden, spazieren gehen, Humor, Amtswege…), an welchen Tagen, wie lange, Wünsche,…

4. Inklusion: Es kommt häufig vor dass Menschen die den Ansprüchen der Gesellschaft „nicht genügen“ ausgerenzt werden. Dies erschwert den Alltag, das Berufsleben und auch das soziale Miteinander.  Die sozialen Helden – in Deutschland ich glaube in Berlin beschreiben sehr gut, wie wichtig es ist mit allen Menschen egal ob mit oder ohne besondere Bedürfnisse vereint sind.
Idee: Mitleid hilft niemanden: ein Workshop wie gehe ich mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen um?
Workshop2: Wie verhalte ich mich bei schwerkranken Menschen?  Vielleicht halten die Cliniclowns, auf Anfrage, einen Workshop zu diesem Thema ab…?

5. Es gibt eine Apotheke die einige taubstumme Mitarbeiter hat. Dort könnte man vielleicht auch anfragen, ob diese einen kleinen Workshop geben. Eventuell zum Thema: Taubstumm in der Arbeitswelt und INKLUSION

Es ist viel einfacher zu kommunizieren als man glaubt. mehr

6. Erste Hilfe: Es wäre super wenn man einen fundierten Erste Hilfe-Kurs z. B. beim Samariterbund machen könnte, jedoch ohne Bezahlung sondern, durch gegenseitige Kooperation. Beispiel: Man hilft beim Samariterbund oder anderen ähnlichen Organisationen, etwa im Büro, Essen auf Rädern,… für einen gewissen vereinbarten Zeitraum. (1-3 Wochen je nach Ausbildungskosten des Erste Hilfe-Kurs) und nach diesem Zeitraum bekommt, man einen „Gutschein“ für einen fundierten Erste Hilfe Kurs und auf Wunsch ein Zertifikat, für die Tätigkeit.

7. Patientenkongresse vs. Ärztekongresse: In Deutschland gab es bereits ein paar Patientenkongresse. Patientenkongresse sind den meisten unbekannt. Jedoch hat jeder schon mal von einem Ärztekongress gehört. Patienten sollen in erster Linie gehört werden und die Chance haben, gemeinsam mit interessierten Ärzten Möglichkeiten finden zur gesundheitlichen Heilung bzw. Besserung .
Das ist mal ein kleiner Ausschnitt, meiner Ideen.

GESUNDHEIT-MITEINANDER-ANTEILNAHME
Was hält Ihr von den Vorschlägen? Welche Vorschläge zum Gesundheitssystem habt Ihr?

 

Wiener Honig im 21. Bezirk :-)

Vor ein paar Tagen, habe ich sehr kurzfristig nach einen Geschenk gesucht, nämlich Met (Honigwein). Da nicht mehr viel Zeit war, habe ich im Internet herumgesucht, bis ich auf den Wiener Honig gestoßen bin. Der Name ist Programm. Ich habe mir den Honigwein persönlich abgeholt und war sehr zufrieden.

Was mich so begeistert am „Wiener Honig“ erfährt Ihr hier

Suche einen kleinen Gemeinschaftsgarten im 21. Bezirk (Floridsdorf)

Ich suche einen Gemeinschaftsgarten oder ein kleines Beet, zum Anbauen von Gemüse im 21. Bezirk (Floridsdorf). Ich möchte mich zu einem Teil mit Gemüse selbstversorgen. Freue mich gemeinsam auf das Anbauen. 🙂

Kann mir jemand weiterhelfen?

Freue mich über Antworten per Email: positiv-durchs-leben@gmx.at

oder in den Kommentaren unten 🙂

Openschoool

Die Idee

Ein fliegendes Klassenzimmer für eine neue nachbarschaftliche Bildungskultur von Van Bo Le-Mentzel (38), Jakob Listabarth (22) & der Crowd

Das Jahr 2051: Jede*r kann was, jede*r weiß was. Die Informationen sind mit dem Internet bereits allgegenwärtig. In der Schule der Zukunft gibt es keine Klassen, keine Trennung zwischen Lehrenden und Lernenden, sowie keinen Lehrplan. Die Schule der Zukunft hat keinen festen Standort. Jede*r kann überall lehren und lernen. Grundlage sind Beziehungen. Deshalb ist die Stärkung der Nachbarschaft ein zentrales Element.

Das Experiment der #openschoool soll ermutigen, das Thema Bildung aktiv mitzugestalten: In der Schule der Zukunft wird Wissen nicht mehr von einem Lehrenden vermittelt, sondern Beziehungen zwischen Menschen, Expert*innen, Wissbegierigen, Freund*innen und Nachbar*innen geschaffen. …mehr

Was macht eine gute Patienten-Arzt-Beziehung aus? – Interview mit Fr. Dr. Christine Scholten

Beschreibung: Fr. Dr. Christine Scholten ist FA für Innere Medizin und Kardiologie

Gruppenpraxis Dr. Ursula Klaar und Dr. Christine Scholten
Pernerstorfergasse 20, 1100 Wien

Kurze Vorstellung: Fr. Dr. Scholten, stellen Sie sich doch zunächst bitte kurz unseren Lesern vor:

Gerne. ich bin 51, habe 3 Kinder und einen Mann. ich bin Ärztin, mache Sport in Maßen, koche und esse gerne, ich lese viel und gern und habe eine Theaterleidenschaft.

Medizin und ärztliche Versorgung

Die Anzahl der Herzkreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor hoch, Tendenz steigend. Jedoch ist es eher unwahrscheinlich, dass es rein an der physischen- bzw. genetischen Veranlagung liegt. Viele Menschen fühlen sich heutzutage durch die Hektik des Alltags, als auch vom ständig wachsenden Leistungsdruck überfordert. Dies wirkt sich auch körperlich aus.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Folgen von dauerhaft, anhaltenden Stress?

Die verbreitetste Ursache für anhaltenden Stress, leider in der Tendenz steigend ist Armut und mangelnde Bildung. Beide sind natürlich korreliert. Armut und geringe Bildung macht krank, das ist gut untersucht. Die Lebenserwartung dieser Menschen ist im Vergleich zu wohlhabenden Menschen um bis zu 10 Jahre geringer. Dabei ist es nicht nur Armut und geringe Bildung an sich, sonder vor allem auch die Einkommensverteilung zwischen den Reichsten und Ärmsten. Je größer der Unterschied zwischen arm und reich, um so höher die Mortalität, geringer die Lebenserwartung. Dies gilt nicht nur für die Armen, sondern auch für die Reichen. Daher ist eine egalitäre Gesellschaft auch aus medizinischer Sicht ein wesentliches Ziel.

Welche präventiven Maßnahmen, würden sie sagen, sind wichtig um körperlich als auch seelisch auf Dauer gesund und widerstandsfähig zu bleiben?

Abseits der bekannten präventiven Maßnahmen wie Bewegung, Nikotinentzug, gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle sind gesellschaftspolitische Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und Förderung der Bildung aller gesellschaftlichen Schichten sicherlich unerkannt wichtig in diesem Zusammenhang.

Zum Thema – ärztlich Versorgung. Ohne Sie persönlich anzusprechen – Leider kommt es oft vor, dass sich Patienten, heute nicht mehr als Patienten behandelt fühlen. Viele Patienten klagen, dass sie vom Arzt kaum angehört werden, er sie meist nicht ernst nimmt und mit einem Medikament wieder heimschickt. Es ist auch der Eindruck entstanden, dass man als Kassenpatient anders behandelt wird als ein Privatpatient. Die Rede ist auch von einer Zwei-Klassen-Medizin.

Wie sehen Sie, die obengenannten Beschwerden? Sind diese für Sie als Ärztin nachvollziehbar?

Das stimmt sicher an manchen Stellen. Ich muss aber auch mit großer Freude sagen, dass es sehr, sehr gute und viele Beispiele gibt, dass es bei uns in Österreich gerade umgekehrt ist. Ja, Zweiklassen-Medizin, aber in öffentlichen Spitälern wird die „Zweite Klasse“ deutlich besser versorgt als die „Erste Klasse“ in Privatspitälern. Ein Privatspital aufzusuchen ist allerdings selten eine aufgezwungene Maßnahme, sondern ein selbstgewähltes Leid, das mit hohen Kosten verbunden ist.

Würden Sie der Aussage zustimmen dass es in Österreich eine Zwei-Klassen-Medizin gibt?

Überall gibt es eine vermeintliche und in seltenen Fällen tatsächliche Besserbehandlung reicherer Menschen. Es sollte dringend noch vieles zur Transparenz der Behandlungsqualität getan werden. Was allerdings bei uns, im Gegensatz zu anderen Ländern wirklich noch gut ist, ist der ungehinderte Zugang für alle Menschen zum öffentlichen Gesundheitssystem, egal wie teuer die Methode und wie alt der Mensch ist.

Laut Berichten in den Medien, haben Ärzte pro Patient im Quartal max. 15 min. Zeit, diesen zu behandeln. Bedarf es einer längeren Behandlung, wird diese Zeit nicht von der Kassa übernommen. Dadurch entsteht dem Arzt zeitlicher Druck.

Stimmt diese Mediale Aussage? Wenn nicht, wie lange können sich Ärzte pro Patienten zeit nehmen?

Ich kenne nur meine Honorarordnung, nicht die der anderen Fachrichtungen. Wenn ich einen Patienten öfter als einmal im Quartal sehen muss, weil es medizinisch indiziert ist, kann ich das und es wird auch honoriert. Ich bekomme keine Gesprächshonorare über 15 minuten hinaus, ich bin allerdings auch Kardiologin und nicht Psychotherapeutin. So wie ich keinen Menschen urologisch behandeln würde, traue ich mir auch keine, vielleicht notwendigen Gespräche in diese Richtung zu, sondern überweise Patienten dazu zu den richtigen Stellen.

Ist das Ihrer Erfahrung nach ausreichend?

Ich finde, dass das Limit für Gespräche nur für einen kleinen Teil der Patienten pro Quartal nicht in Ordnung, die Dauer aber schon.

Mit welchen Schwierigkeiten sind Ärzte konfrontiert? Mit welchen Herausforderungen sind Ärzte in Arztpraxen konfrontiert?

Ich verstehe nicht genau, wie sie das meinen. Schwierigkeiten in welcher Hinsicht? Eine Schwierigkeit ist, dass wir nicht für alle Sprachen Dolmetscher zur Verfügung gestellt bekommen.

Wenn Sie an Ihre eigene Praxis denken: Was ist Ihnen im Umgang mit Ihren Patienten wichtig?

Mir ist sehr wichtig, den jeweiligen Menschen in einer Situation der Ausschließlichkeit zu sehen. Wie oben angesprochen ist die Zeit ok, aber knapp, in dieser Zeit soll jeder das Gefühl bekommen, es geht ausschließlich um ihn und sein Problem.

soziale Kontakte

Einer guten Patient-Arztbeziehung wird ein bedeutender Einfluss auf Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg zugeschrieben.

Was ist Ihrer Erfahrung nach, die Basis für eine gute Patient-Arzt-Beziehung?

Die oben beschriebene Situation der Ausschließlichkeit. Empathie, Zuhören, Fokussieren auf das Wesentliche, benennen des Problems, lösungsorientierte Gespräche, die auf Ehrlichkeit beruhen, das heißt auch benennen der Dinge, bei denen Rat und Unterstützung eingeholt werden muss.

Ärzte sind medizinisch umfassend ausgebildet, jedoch gibt es teilweise Defizite in ihrer Gesprächs- und psychosozialen Kompetenz.

Was denken Sie, woran das liegen könnte?

Das war zu meiner Zeit nicht teil der Ausbildung.

Gibt es aus Ihrer Sicht, praktische Möglichkeiten um diese Kompetenz in den ärztlichen Alltag zu integrieren?

Zusatzausbildung und menschliche Weiterentwicklung.

Ärzte sind meist täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Wie können Patienten dem Arzt die Arbeit erleichtern? (z.B. Termine einhalten, Diät einhalten,…) Was wünschen Sie, sich von Ihren Patienten?

Verantwortung für sich und seinen Körper übernehmen. In vielen Fällen läßt es sich gut damit erklären, dass jeder Mensch sich um sich selbst genauso wie um sein Auto kümmern sollte.

„Rand“gruppen“/ Ausgrenzung

Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetes, Erkrankungen am Herzen, Reizdarm usw., gelten in unserer Gesellschaft als weniger leistungsfähig und geraten oft im Berufsleben weiter unter Druck. Da sie den wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Durch den Umstand nicht „voll“ belastbar zu sein, steigt bei vielen Erkrankten die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Welche Möglichkeiten gibt es aus Ihrer Sicht mit diesen Gegebenheiten umzugehen?

Abgesehen von einigen Erkrankungen, die wirklich und unausweichlich mit einem echten Leistungsknick einhergehen, ist für sehr viele Menschen durch Übernahme der Verantwortung für einen gesundheitserhaltenden Lebensstil diese verminderte Leistungsfähigkeit kein Thema.

Was kann jede Person machen, um Ihr Herzkreislauf-System zu stärken und lange fit und leistungsfähig zu bleiben? Können Sie uns 5 Punkte aufzählen, die aus Ihrer Sicht essentiell sind?

  • Bildung
  • Erwerbstätigkeit
  • Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Seelische Gesundheitsvorsorge
  • wenig krankmachende Genussmittel.

Soziale Unterstützung/Hilfsbereitschaft

Sie selbst sind Initiatorin des Projektes Nachbarinnen in Wien.

Was hat Sie veranlasst dieses Projekt zu gründen? Was war Ihre Motivation?

Was bedeutet für Sie, persönlich, soziale Unterstützung?

Anlass war der tägliche Kontakt zu benachteiligten Menschen. Die Beklemmung durch die offensichtliche Unfreiheit vor allem vieler Frauen und Kinder. Die Somatisierung der massiven, sozialen und menschlichen Katastrophen.

Ich selbst bin in einer Situation aufgewachsen, die ich oft als „Nutellafass“ bezeichne, aus diesem heraus, sehe ich gut die Menschen im leeren Gurkenglaserl.

dann habe ich Renate Schnee kennengelernt, mit der ich dieses Projekt ausgebaut habe. Es geht uns beiden um die Stärkung der Menschen, in deren Leben noch kein Lebensplan vorkam. Wir helfen so einen Plan zu entwickeln und versuchen diesen Menschen das Rüstzeug in die Hand zu geben, den Plan auch verwirklichen zu können. Im Gurkenglaserl leuchten plötzlich die Augen, es gibt eine Strickleiter heraus, der Kopf wird gehoben, ein Weg zu einem gut definierten und geplanten Ziel wird sichtbar und kann gegangen werde, das zu sehen ist wunderbar, sag ich Ihnen. 

Menschlichkeit/Werte

Was verbindet Ihrer Meinung nach, Menschen miteinander?

Liebe, Wärme, Licht, Berührung Innen und Außen.

Vielen Dank für das Interview!

Leben ohne Geld – Interview mit Heidemarie Schwermer

             

Beschreibung: Frau Schwermer lebt seit 20 Jahren ohne Geld.

Wie kamen Sie auf die Idee, ohne Geld zu leben? Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?
Ich habe schon lange darüber nachgedacht, wie und was sich an unserem  System ändern  und was ich dazu beitragen könnte. Im Februar 1994  gründete ich die „Gib&Nimm Zentrale“ in Dortmund, einen der ersten  Tauschringe, in denen nur mit Fähigkeiten und Dienstleistungen „bezahlt“
wird ohne Geld. Das war ein erster Schritt für mich in eine neue  Richtung. Da ich sehr aktiv in dem Verein war, merkte ich, wie ich immer  weniger Geld für den Alltag brauchte und überlegte mir, ob ich nicht mal  das Experiment starten könnte, ein Jahr ganz ohne Geld zu leben. Viele  aus dem Tauschring fingen an, mich zu fragen, ob ich ihr Haus und ihre  Katze hüten könnte, wenn sie in Urlaub führen. Da ich als  selbständige Psychotherapeutin arbeitete in einer schönen Wohnung mit
Praxisraum verstand ich zuerst nicht richtig, warum mich die Menschen  unbedingt als Haushüterin haben wollten. Es wurden immer mehr, die mich  fragten, und eines Tages machte es klick bei mir. Wenn ich mich trauen  würde, meine eigene Wohnung aufzugeben, weil es ja so viele andere gab,
könnte ich Miete und Strom sparen. Bei dem Gedanken wurde ich sehr  aufgeregt. Meine Überlegungen gingen weiter: die Krankenversicherung  könnte ich dann auch verlassen, weil ich schon lange keinen Arzt mehr  aufgesucht hatte. Ich glaubte an die Selbstheilungskräfte. Nach einem
Jahr könnte ich ja wieder in mein altes Leben zurück.  So verschenkte ich meinen gesamten Hausrat und das meiste, das ich besaß  im Mai 1996 und verließ die Krankenversicherung. Aus einem Jahr wurden  letztlich 18 Jahre, die sich so wundervoll und lebendig anfühlen…

Wie hat Ihre Familie darauf reagiert?
Zu Beginn haben sich alle meine Freunde und auch meine Familie große  Sorgen um mich gemacht. Alle dachten, dass das gar nicht gehen könne, wie  ich es mir vorstellte und ich in der Gosse landen würde. Inzwischen haben  alle gemerkt, dass mein Tun Hand und Fuß hat, dass alles Sinn macht und
sehr gut geht.

Konsum/Geld:

Um als durchschnittlicher Bürger zu leben, braucht es Geld. So denken zumindest einige. Sie hüten Häuser und ersparen sich, somit die Miete, Strom und Heizung. Was machen Sie, wenn Sie keine Wohnung finden, um dort zu  übernachten bzw. um es zu hüten? Wo übernachten Sie dann? Kam es schon mal vor?
Es gibt immer eine Möglichkeit für mich. Die Gosse ist weit weg. Ich fühle mich eingebettet und wohlbehütet, werde getragen vom Lebensfluss, in den ich immer weiter hineinwachse.

Lebensmittel kaufen die meisten Leute im Supermarkt oder gehen essen ins Restaurant. Wo essen Sie? Was essen Sie, so im Alltag? Woher bekommen Sie, Ihre Lebensmittel?
Wenn ich ein Haus hüte, ist der Kühlschrank meist für mich gefüllt. Die Menschen sind ja froh, dass ich diese Arbeit für sie übernehme. Zu Beginn der „gib&nimm“ Bewegung hatten wir Abkommen mit Bioläden,  Biobäckern, Partyservice, die uns ihre Reste kostenfrei überließen, weil sie die Idee so gut fanden und uns unterstützen wollten. Heute habe ich ein riesiges Netzwerk. Die Menschen laden mich ein, ohne  dass ich etwas tun muss (aber natürlich tue ich immer etwas, was gerade anfällt!)
Es gab auch schwere Übungen für mich, z.B. meine Angst vor Verhungern zu überwinden. Diese Angst schleppte ich mit mir (unbewusst) seit meiner Kindheit (als Flüchtlingskind) herum. Eines Tages kam ich in ein Haus, in dem es nur einen Salzstreuer gab. Da packte mich das blanke Entsetzen, eine starke Panikattacke überfiel mich. „Jetzt muss ich sterben, dachte  ich, absurd, weil es genügend Möglichkeiten gibt in Deutschland, auch kostenfrei an Lebensmittel zu kommen. In einer Panik denkt man aber nicht logisch oder vernünftig sondern fühlt sich nur ausgeliefert. Als Psychotherapeutin wusste ich aber auch, dass ich einen kleinen Schritt tun musste, um aus meiner Panik herauszukommen. Mir fielen die Brennnesseln ein, die wir auch in der Nachkriegszeit gegessen haben. So ging ich los, pflückte mir welche, kochte und aß sie und überwand so die große Angst. Im selben Augenblick rief mich eine Freundin an, um mir mitzuteilen, dass sie mir eine Kiste mit Lebensmitteln bringen würde, die sie aus ihrer Aufräumarbeit für mich bereit hatte.

Neben Lebensmittel geben, wir auch Geld für Kosmetik und Hygieneartikel aus, wie Duschgel, Seife, Zahnpaste,… Wie kommen Sie an Körperpflegeprodukte?
In unserer Gesellschaft gibt es so viel Überfluss, dass auch die  Beschaffung dieser Dinge kein Problem bedeuten. Zu Beginn von „gib&nimm“  richtete ich in Dortmund die „gib&nimm“ Ecken ein, wo schon mal solche  Dinge hingelegt wurden. Wenn ich etwas brauche, gehe ich mit meinen  Gedanken da hinein, schmücke mir fein aus, was ich genau brauche und  nicht viel später taucht jemand auf, um mir meinen Wunsch zu erfüllen:  „Dieser Pullover war ein Fehlkauf. Ich dachte, er würde dir gut stehen,“  heißt es dann, und so komme ich zu vielen Dingen für den Alltag oder  auch schon mal Besonderheiten.

Für die meisten ist eine Krankenversicherung sehr wichtig, da man z.B. im Krankheitsfall zum Arzt gehen kann oder bei Unfällen im Krankhaus behandelt wird. Was machen Sie, wenn Sie krank sind? Was machen Sie, wenn Sie zum Arzt müssen oder Medikamente aus der Apotheke brauchen? Waren Sie, schon einmal richtig krank?
11 Jahre lebte ich ganz ohne Versicherung, war über 20 Jahre bei keinem  Arzt, glaubte an die Selbstheilungskräfte. Als ich ins Rentenalter kam,  wollte ich zunächst nichts damit zu tun haben. Meine innere Stimme (oder  mein Schutzengel oder andere Helfer) ließen nicht locker. Ich solle
gefälligst in dieses Gebäude gehen und mich erkundigen, hieß es. Nach  der ersten Weigerung ging ich schließlich in das Gebäude (eine Rentenversicherungsanstalt) und erhielt die Bestätigung, dass es kein
Problem gäbe und ich einfach die Rente und gleichzeitig die Krankenversicherung erhalten würde. Das Geld verschenkte ich komplett, und die Versicherung war mein Solidaritätsbeitrag für die anderen.
Dann jedoch „erwischte“ es mich. (…) Nach ein paar Monaten ließ ich mich endlich operieren, und die Behandlung ist heute noch nicht abgeschlossen. Durch dieses Erlebnis hatte ich eine Menge zu lernen: die Schulmedizin zu respektieren, alte falsche Glaubenssätze loszulassen und wieder ganz neu in der Welt zu sein.

Wie schaffen Sie es, das Internet zu nutzen, ohne Geld und eigenen Internetanschluss? 
Fast alle Menschen in meiner Umgebung haben Flatrate im Internet, so dass  ich, ohne neue Kosten zu verursachen, davon profitieren kann.

Was machen Sie, wenn Sie eine Freundin anrufen möchten?
Mit einigen Freunden habe ich das Abkommen, dass ich nur kurz bei ihnen anrufe, sie meine Nummer im Display sehen und mich dann zurückrufen, so dass für mich keine Kosten entstehen. Natürlich weiß ich, dass das nicht wirklich „ohne Geld leben“ bedeutet, weil ja andere die Dinge bezahlen. Dennoch ist mein Experiment oder inzwischen Modell eine wichtige Erfahrung, weil es ein ganz anderes Leben beinhaltet.

Viele Deutsche als auch Österreicher nutzen vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel. Wie kommen Sie von A nach B? Nutzen Sie Bus und Bahn? Wie bekommen Sie ein Ticket?
Es gibt die Wochenendtickets oder Ländertickets, bei denen mehrere Personen zusammenfahren können. Oft werde ich von unterschiedlichen Gruppen mitgenommen. Auf der anderen Seite werde ich zu Vorträgen oder anderen Veranstaltungen eingeladen und mit Tickets für die Reise versehen.

Die Altersvorsorge ist ein großes Thema. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was Sie tun werden, wenn Sie im hohen Alter pflegebedürftig werden?
Hätten Sie mir die Frage vor einem Jahr gestellt, hätte ich geantwortet: Warum soll ich pflegebedürftig werden? Ich glaube ja an die Selbstheilungskräfte. Leider lehrte mich die Erfahrung im letzten Jahr etwas anderes. Inzwischen bin ich demütiger und bescheidener geworden und denke durchaus über Hospiz und andere Fragen nach. Allerdings sage ich mir: es kommt, wie es kommt, und ich werde dann sehen, wie ich reagieren werde, wenn die Zeit es verlangt.